Ratgeber: 12V LED – welcher Trafo?
Oft bestehen bereits fertige 12-Volt-Lichtsysteme, die auf LED umgerüstet werden sollen. Wenn keine größeren Änderungen an der Verkabelung nötig sind, die Trafos gut verbaut sind oder die Einbauhöhe begrenzt ist, bietet sich ein 1:1-Austausch der Halogenleuchtmittel an.
Bei der Umrüstung von bestehenden 12-Volt-Halogensystemen auf LED sind jedoch einige Punkte zu beachten:
Mindestlast von Trafos
Achtung: Bitte beachten Sie die maximal zulässige Anzahl bzw. Gesamtleistung der anschließbaren Leuchtmittel am Trafo. Diese Angabe finden Sie auf dem Trafo beim Output (Sekundärseite), meist in Watt (W) oder VA.
Beispiel:Ist ein Trafo mit einer maximalen Leistung von 35 W angegeben, darf die Summe aller angeschlossenen Leuchtmittel diesen Wert nicht überschreiten. Werden neue LED-Leuchtmittel installiert, ist daher die Gesamtleistung aller eingesetzten Leuchtmittel zu berücksichtigen.
Prüfung: Wenn Sie z. B. drei neue LED-Leuchtmittel installiert haben und diese nicht funktionieren, reduzieren Sie testweise die Anzahl der angeschlossenen Leuchtmittel. Funktioniert die Anlage danach, wurde die maximal zulässige Anschlussleistung oder die mögliche Anzahl an Leuchtmitteln überschritten.
Hinweis: Eine Mindestlast ist bei diesem Trafo nicht vorhanden. Entscheidend ist ausschließlich die maximal zulässige Gesamtleistung bzw. Anzahl der angeschlossenen Leuchtmittel.
Praktisches Beispiel
Suchen Sie am Trafo die Angabe Output (Sek).
In diesem Beispiel reagiert der Trafo erst bei 35W.
Testen Sie ein altes Halogenmittel + 2 LEDs.
Geht es nun, liegt es an der Mindestlast.
Nutzen Sie einen Trafo ohne Mindestlast oder einen DC-Trafo.
DIE RECHNUNG: AC VS. LED
Warum passen 21 LEDs hier oft nicht?
Lösung: Anzahl der LED-Leuchtmittel am AC-Trafo reduzieren oder einen ausreichend dimensionierten Trafo mit Reserve verwenden. Alternativ kann ein DC-Trafo eingesetzt werden, bei dem die Scheinleistungsproblematik keine Rolle spielt.
Watt ist nicht gleich VA
Wichtig: Die Angabe in VA (Volt-Ampere) betrifft ausschließlich den Wechselstrom-Betrieb (AC). Bei Gleichstromtrafos (DC) muss die Scheinleistung nicht berücksichtigt werden – hier kann in der Regel direkt mit der Wirkleistung (W) gearbeitet werden.
Bei AC-Trafos entspricht die Wirkleistung (W) nicht der Scheinleistung (VA).
Es gilt:
Wirkleistung + Blindleistung = Scheinleistung.
Wichtiger Hinweis zum Dimmen: Wird ein AC-Trafo gedimmt, erhöht sich die Blindleistung deutlich. Dadurch steigt auch die Scheinleistung erheblich an. Ein Leuchtmittel mit z. B. 6 W Wirkleistung kann im ungedimmten Zustand etwa 7 VA benötigen – im gedimmten Betrieb jedoch im Worst Case bis zu 10 VA oder mehr.
Typische Probleme bei AC-Überlast:
- Leuchtmittel funktionieren nicht oder flackern
- Blinken der LEDs
- Trafo schaltet wegen Überhitzung ab
Empfehlung
Grundsätzlich empfiehlt sich bei der Umrüstung die Verwendung von Gleichstromtrafos (DC). Diese sind speziell für den Betrieb von LED-Leuchtmitteln ausgelegt und können deren Lebensdauer erhöhen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass der Gleichrichter im 12V-LED-Leuchtmittel weniger belastet wird.