Wie Licht auf den Menschen wirkt
Lichtfarbe, Farbtemperatur und Farbwiedergabeindex
Wenn von „Lichtfarbe“ die Rede ist, ist meist die Tönung von weißem Licht gemeint, also die Farbtemperatur. Diese allein reicht jedoch nicht aus, um die Wirkung von Licht vollständig zu beschreiben. Sie sagt weder viel über das Wohlbefinden noch über die Qualität der Farbwiedergabe aus. Auch die empfundene Helligkeit verändert sich je nach Farbton. Ob Licht als angenehm wahrgenommen wird, hängt daher immer vom Zusammenspiel mehrerer Faktoren ab.
Was ist Licht?
Licht ist elektromagnetische Strahlung, also eine Verbindung aus elektrischen und magnetischen Feldern, die sich wellenförmig ausbreiten. Die Eigenschaften dieser Wellen bestimmen, wie wir Licht wahrnehmen.
Dabei gilt:
- längere Wellenlängen schwingen langsamer
- kürzere Wellenlängen besitzen eine höhere Frequenz
Für das menschliche Auge ist nur ein kleiner Bereich des Lichts sichtbar (ca. 380–780 nm), wobei kurze Wellen violett und lange rot erscheinen. Weißes Licht ist keine einzelne Farbe, sondern eine Mischung verschiedener Spektralfarben, wie sie im Regenbogen durch Brechung sichtbar werden. Ob Licht warm oder kühl wirkt, hängt von seiner Zusammensetzung ab; gelbliches Licht ist nicht automatisch warm.
Die Bedeutung der Farbtemperatur
Die Farbtemperatur beschreibt den Farbeindruck einer Lichtquelle und hängt mit der Temperatur eines glühenden Körpers zusammen: Eine Kerze wirkt gelblich, eine sehr heiße Flamme, etwa beim Schweißbrenner, eher bläulich.
Allerdings ist sie kein exaktes Maß für die Lichtfarbe. Materialien können bei gleicher Temperatur unterschiedlich leuchten, und auch im menschlichen Sehen kann Licht mit gleicher Farbtemperatur unterschiedlich wahrgenommen werden, z. B. leicht rötlich, grünlich oder bläulich.
Zur Orientierung wird Licht häufig in drei Bereiche eingeteilt:
- warmweiß: unter etwa 3.300 Kelvin
- neutralweiß: etwa 3.200 bis 5.000 Kelvin
- tageslichtweiß: über 5.000 Kelvin
Licht und der menschliche Biorhythmus
Licht beeinflusst den menschlichen Tag-Nacht-Rhythmus direkt, vor allem über das Schlafhormon Melatonin, das den Schlaf-Wach-Zyklus steuert.
Tageslicht (Morgen)
Am Morgen enthält natürliches Licht mehr blaue Anteile. Dieses kühle Licht hemmt die Melatoninproduktion, wodurch der Körper wacher wird und die Konzentration steigt.
- eher kühles, bläuliches Licht
- fördert Wachheit und Konzentration
- fördert Wachheit und Konzentration
- bevorzugt neutralweißes bis kaltweißes Licht
Abendlicht (Nacht)
Am Abend verhält es sich umgekehrt: Warmes Licht unterstützt die Ausschüttung von Melatonin und bereitet den Körper auf den Schlaf vor.
- warmes, gelbliches Licht
- unterstützt Müdigkeit und Schlafvorbereitung
- geeignet: Wohn- und Schlafräume
- bevorzugt warmweißes Licht
Farbwiedergabe und ihre Bedeutung
Die Farbwahrnehmung hängt davon ab, welche Lichtanteile eine Oberfläche reflektiert: Eine Tomate wirkt rot, ein Blatt grün. Fehlen bestimmte Farbanteile im Licht, können Farben verfälscht erscheinen.
Wichtige Kriterien sind:
- Farbwiedergabeindex (CRI/Ra)
- Natürlichkeit der Farben
- Eignung im Alltag
Der CRI beschreibt, wie natürlich Farben wirken. Glühlampen haben sehr hohe Werte, moderne LEDs können heute ähnlich gute Ergebnisse liefern.